
Minisforum BD895i SE
Das Minisforum BD895i SE ist ein Mini-ITX-Motherboard zu einem erstaunlich günstigen Preis von nur 440 Euro. Ausgestattet mit einem verlöteten AMD Ryzen 9 8945HX Prozessor mit 16 Kernen und 32 Threads, bietet er eine attraktive Kompaktlösung für viele Anwendungen, welche normalerweise größere Desktop Tower benötigen würden. Doch trotz der starken Leistung gibt es einige Nachteile die vor dem Kauf berücksichtigt werden sollten.
Der Minisforum BD895i SE steckt erstaunlich viel Rechenleistung in ein Mini-ITX-Motherboard mit 17 x 17 cm. Der Ryzen 9 8945HX Prozessor bietet eine beachtliche Leistung, die mit High-End-Desktop-Prozessoren wie dem Ryzen 9 7950X je nach Anwendung auf bis zu 90% mithalten kann und das bei einer deutlich geringeren TDP von 100 W. Die Basis-Taktrate von 2,5 GHz und der Boost von bis zu 5,4 GHz machen den BD895i SE ideal für alle, die eine hohe Rechenleistung benötigen, sei es für Softwareentwicklung, Videoschnitt oder auch für das Bearbeiten von großen Datensätzen, wobei aktuell ein vergleichbarer Desktopprozessor wie der 7950x schon ohne Motherboard mehr als der ganze BD895i SE kostet.

In Kombination mit der integrierten AMD Radeon 610M-Grafik eignet sich der BD895i SE für grundlegende Grafikanwendungen und kann problemlos ältere Spiele abspielen. Wer jedoch intensivere Anwendungen wie 3D-Rendering oder moderne Spiele plant, sollte eine dedizierte Grafikkarte hinzufügen, die über den PCIe 5.0 Slot angeschlossen werden kann.
Die größte Schwäche des Minisforum BD895i SE liegt in der Kühlung. Der BD895i SE nutzt einen Custom-Luftkühler mit einem ca. 60 x 60mm großen Lochabstand auf der Backplate, der quasi direct-die mit dem Prozessor verbunden ist. Leider bedeutet dies, dass keine konventionellen CPU-Kühler kompatibel sind und Nutzer auf den vorinstallierten Kühler angewiesen sind oder rumbasteln müssten. Dies kann aber ziemlich riskant sein, da ohne Heatspreader der Die ziemlich leicht beschädigt werden könnte, wenn beispielsweise auch nur eine Schraube zu fest angezogen wird oder ein großer Tower Kühler durch sein hohes Gewicht den Die förmlich zerquetscht.
Der Kühler kann auch bei Nutzung eines 120mm-Lüfters schnell an seine Grenzen stoßen. Unter Volllast kann die Temperatur des Prozessors auf über 80 Grad Celsius ansteigen. Das ist an der oberen Grenze des akzeptablen Bereichs, obwohl AMD selbst eine kritische Temperatur von bis zu 100 Grad Celsius angibt. Der verbaute Kühler ist also ein zentraler Schwachpunkt, der nur durch zusätzliche Lüfter ohne großartige Basteleien gemildert werden kann.
Des Weiteren gibt es kaum BIOS Updates. Sollte einmal das BIOS so zerschossen sein, dass ein USB-Stick fürs manuelle Flashen nicht mehr erkannt wird, müsste entweder das Board eingesendet oder mittels spezieller Klammer zum Flashen des Chips rumhantiert werden, was im Vergleich zum BIOS Flashback anderer Hersteller extrem mühsam ist.
Trotz der thermischen Einschränkungen und des begrenzten Supports bietet der Minisforum BD895i SE eine anständige Erweiterbarkeit. Zwei DDR5 SODIMM Slots für Arbeitsspeicher mit bis zu 5200 MHz sind vorhanden sowie zwei M.2 2280 NVME SSD Slots mit PCIe4.0 x4. Ebenfalls ein M.2 2230 Slot für ein WLAN-Modul, zwei USB 2.0-, ein USB-C-, zwei USB 3.2- sowie ein HDMI- und DisplayPort. Genauso wie 2.5G Ethernet, 3 AUX-Ports und wenn das nicht reicht noch einen USB Header für weitere USB Ports.
Wer auf eine leistungsstärkere Kühlung angewiesen ist, könnte mit einem mATX-Modell von Minisforum besser beraten sein, welches im Gegensatz zum BD895i SE zumindest LGA 1700 Kühler unterstützt. Wer mit den thermischen Herausforderungen und dem eingeschränkten Support umgehen kann, bekommt ein leistungsstarkes Gerät zu einem wirklich konkurrenzfähigen Preis.